Frauke Petry trennt sich von Ehemann

AfD noch wählbar für traditionelle Christen?

 

Sind Sie ein traditioneller Christ, der strikt gegen Gender-Mainstreaming ist und für den die Familie und der Familienbund heilig ist? Sind Sie gegen staatliche Indoktrination und haben eine Großfamilie oder wachsen in einer Großfamilie auf? Dann hatten Sie bisher als eine seriöse Wahlmöglichkeit die AfD. Doch jetzt ist alles anders. Frauke Petry, eine verheiratete Frau, die dazu noch laut Satzung im Dezember alleinige Vorsitzende der AfD werden soll, trennt sich von ihrem Ehemann. Kann man die AfD als traditioneller Christ dann noch überhaupt wählen?

 

Traditionelle Christen: Bisher eine feste Wählerschicht der AfD

Sie kennen das mit Sicherheit: Sie sind traditioneller Christ einer bestimmten Gruppierung (die von den Medien oft als „evangelikal“ oder sonstwie betitelt wird“), haben viele Kinder, ein geordnetes Familienleben. Der Mann arbeitet, die Frau kümmert sich liebevoll um die vielen Kinder. Alles funktioniert wie es funktionieren soll. Die Trennung einer Ehe ist nicht vorgesehen und kommt in den seltensten Ausnahmefällen vor. Die Scheidungsquote traditioneller Christen liegt bei ungefähr 1,4 %. D. h. 98,6 % der Ehen gehen bis zum Lebensende, wie es eben auch sein muss, wenn einem "Liebe und Ehebund" auch nur annähernd etwas bedeuten. Die Gruppe der traditionellen Christen macht ca. 25 % der Wählerstimmen der AfD aus.

 

Traditionelle Christen: Nachfolgegeneration nicht unterschätzen

Auch wenn die traditionellen Christen derzeit lediglich einen Anteil von ca. 25 % der AfD-Wählerstimmen ausmachen, so ist diese Gruppe nicht zu unterschätzen. Denn die heutigen vielen Kinder der gefestigten Christen sind die potentiellen AfD-Wähler von morgen. Und da die Geburtenrate der traditionellen Christen mit ca. 3-4 Kindern pro Frau die Geburtenrate der übrigen deutschen Bevölkerung um ein Vielfaches übersteigt, wird die Nachfolgegeneration der traditionellen Christen einen größeren Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen als bisher.

 

Frauke Petry war schon vor der Trennung nicht ganz geheuer

Eine Karrierefrau als Vorsitzende einer traditionellen Partei zu akzeptieren, ist für einen traditionellen Christen ohnehin schwer. Denn eine Frau (und eine Mutter erst recht) sollte sich eigentlich liebevoll um die Kinder kümmern, damit aus den Kindern von heute die Leistungsträger von morgen werden. Deswegen wurde Frauke Petry von traditionellen Christen schon vor ihrer Trennung als Aushängeschild der AfD eher nur geduldet, aber nicht akzeptiert. Dass sie 4 Kinder hatte, hat die Tatsache, dass sie als Frau in einem so wichtigen Amt Fehl am Platz ist, vielleicht etwas ausgeglichen, jedoch nicht wettmachen können.

 

Frauke Petry trennt sich: Allgemeine Sicht

Wenn jemand kirchlich heiartet, dann wird dieser Bund von Gott geschlossen und ist unauflöslich. Die staatliche Zivilehe hat sowieso keine Bedeutung vor Gott und muss deshalb auch gar nicht beachtet werden. Wir reden hier also von der kirchlichen Ehe, die vor Gott geschlossen wurde. Diese Ehe ist also unauflöslich. Sie kann lediglich aus bestimmten wenigen Gründen kirchlich für nichtig erklärt werden (Annullierung). Annullierung heißt, dass eine Ehe ungültig ist, da Sie vor Gott niemals bestanden hat.

Frau Petry hat sich getrennt, obwohl der Ehebund vor Gott noch weiter gilt. Was heißt das? In dem Moment, in dem sie sich auf einen anderen Mann einlässt, bricht sie die Ehe, weil der Ehebund mit ihrem Ehemann vor Gott noch existiert. Demzufolge wird sie laut Bibel zur Ehebrecherin, sobald sie sich auf einen neuen Mann einlässt. Als traditioneller Christ kann man dieses Verhalten also in keinem Fall tolerieren. Schließlich spiegelt Frauke Petry eine Partei wieder, die von sich behauptet, die traditionelle Familie schützen zu wollen. Frauke Petry ist als Vorsitzende einer Partei, die traditionelle Familienwerte schützen will, fehl am Platz, wenn sie das traditionelle Familienbild durch ihre Trennung und die Art und Weise ihrer Trennung mit Füßen tritt. 

 

Frauke Petry trennt sich: Die Art und Weise

Abgesehen davon, dass eine Trennung, wie im Abschnitt zuvor erläutert, immer schlecht und abzulehnen ist, ist für einen traditionellen Christen auch die die Art und Weise, wie dies geschehen ist, ebenfalls verwerflich. Frauke Petry hat die Trennung in Form einer kurzen Nachricht den AfD-Mitgliedern mitgeteilt, ohne auch nur einen Funken Reue oder Schuldgefühle dabei zum Ausdruck zu bringen. Keine Entschuldigung, dass sie dem traditionellen Familienbild, für das die AfD steht, nicht gerecht wurde. 

Durch eine kurze Aktennotiz ist die Sache für sie erledigt. Man hat als traditioneller Christ das Gefühl, dass etwas heiliges, nämlich der Ehebund, von Frauke Petry wie ein Wegwerfartikel behandelt wird und nicht als ein Sakrament angesehen wird. Keine Entschuldigung, keine Scham, nichts dergleichen lässt Frauke Petry nach außen dringen. 

Da hat sich Herr Seehofer, als er zum Ministerpräsidenten gekürt wurde, wenigstens demütiger und einsichtiger gezeigt, indem er sagte, dass wir alle Menschen sind und jeder Mensch Fehler machen kann. Er hat also wenigstens klargestellt, dass er trotz seines Scheiterns weiß, was der Ehebund bedeutet. 

Frauke Petry hat sich durch die Art und Weise ihrer Trennung für konservative Christen als Vorsitzende einer solchen Partei disqualifiziert. Sie hat den heiligen Bund mit Füßen getreten. Keine Spur von Reue, keine Spur von Demut, keine Spur von Schuldgefühlen, die Frauke Petry nach der Trennung mitteilt. Die Art und Weise des Umgangs mit dem Ehebund weckt vielmehr Assoziationen zu Wegwerfartikeln oder dem Wechseln einer Unterhose.

 

Traditionelle Christen: AfD weiterhin wählen oder nicht?

Als traditioneller Christ kann man Frauke Petry als Vorsitzende einer Partei, die für traditionelle Familienwerte steht, in keinem Fall akzeptieren. Allerdings hat man als traditioneller Christ in der Parteienlandschaft derzeit zur AfD auch keine Alternative. Deswegen kann man hier folgendes Fazit ziehen:

Die AfD kann von traditionellen Christen aufgrund mangelnder Alternativen weiterhin gewählt werden. Frauke Petry muss aber mit allen Mitteln wegen ihrer nicht vorhandenen Vorbildfunktion öffentlich kritisiert und zum Rücktritt gedrängt werden.

 

Update: Laut neuesten Berichten hat ihr Ehemann ebenfalls die Trennung gewollt, da er mit der Politik von Frauke Petry nicht einverstanden war und diese Politik mit seinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Dementsprechend kann man dem Ehemann eine Mitschuld an dieser Trennung geben, da auch er anscheinend nicht an der Ehe festgehalten hat sondern ebenfalls die Trennung wollte und somit nicht vollends als ein Opfer Frauke Petrys angesehen werden kann.  

 

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