Testkäufer (Mysteryshopper) werden: So funktionierts!

 

Produkte testen und gleichzeitig damit Geld verdienen. Wer träumt nicht davon? Dieser Nebenjob ist ziemlich abenteuerlich, weil Sie erstens mal verdeckt einkaufen und zweitens die unterschiedlichsten Produkte und Dienstleistungen testen. Doch was hat es damit auf sich und wie stark lohnt es sich finanziell? Diesen und anderen Fragen sind wir in diesem Artikel auf den Grund gegangen.

 

 

Wozu braucht man überhaupt Testkäufer?

Dazu müssen wir uns in die Lage eines Unternehmens versetzen. Ein gut funktionierendes Unternehmen möchte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen sondern immer weiter verbessern. Unternehmen, welche sich nicht immer wieder verbessern, werden von ihren Konkurrenten abgehängt. Stillstand bedeutet für ein Unternehmen also auf lange Sicht den wirtschaftlich sicheren Tod. Unternehmen streben also an, sich immer weiter zu verbessern. 

Um sich aber zu verbessern, muss ein Unternehmen (wie z. B. real) erstmal wissen, wie es gegenwärtig dasteht. Sprich: Ein Unternehmen wie real muss seinen "Ist-Zustand" kennen. Diesen Ist-Zustand kann ein Unternehmen jedoch nur sehr schwer selbst ermitteln. 

Beispiel: Wenn man einen Menschen fragt, ob er schön aussieht, wird er wohl sehr oft mit „ja“ antworten. Es kann aber sein, dass er von allen anderen, die ihn kennen, überhaupt nicht als schön angesehen wird sondern eher als das Gegenteil. 

Man braucht also immer einen Blick von Außen, weil man selber oft dazu neigt, sich mit rosaroter Brille zu sehen. Deswegen ist man sehr oft gar nicht in der Lage ist, seinen Ist-Zustand richtig zu ermitteln. Bei einem Unternehmen ist das Prinzip genau das Gleiche: Man braucht die Meinung eines Dritten. Und dieser Dritte ist der sogenannte Testkäufer (also möglicherweise Sie).

 

Was genau macht ein Testkäufer?

Der Testkäufer (auch Mysteryshopper genannt) ist als normaler Kunde getarnt und testet die Produkte und Dienstleistungen einer Firma. Nachdem er seinen Testlauf durchgeführt hat, trägt er für gewöhnlich die entsprechenden Ergebnisse in einen dazu vorbereiteten Fragebogen ein.

Beispiel: Sie testen die Beratungsqualität eines Autohauses. Als Tester kriegen Sie vorab einen Fragebogen, in dem steht, auf was Sie beim Beratungsgespräch achten sollen. Wie freundlich ist beispielsweise der Verkäufer? Wie hilfreich ist der Verkäufer? Empfinden Sie die Kleidung des Verkäufers als seriös? Sie kriegen z. B. einen Fragebogen mit 20 solcher Fragen.

Dann gehen Sie als getarnter Kunde zu dem jeweiligen Autohaus, um sich bei einem Autokauf beraten zu lassen. Bei der Beratung müssen Sie dann besonders auf die Punkte achten, die Sie später im Fragebogen ausfüllen werden. Nachdem Sie beraten wurden, füllen Sie daheim oder noch auf dem Rückweg (solange Sie noch alles im Gedächtnis haben) den Fragebogen aus. 

 

Wie kann man Testkäufer werden?

Es gibt dazu einige spezielle Portale, auf denen Testkäufer immer gesucht werden. Googeln Sie einfach nach den Begriffen „Testkäufer werden“ oder „Mysteryshopper werden“. Sie werden schnell fündig. Sobald Sie ein Portal gefunden haben, können Sie sich dort online registrieren. Danach erhalten Sie regelmäßig Einladungen zu bevorstehenden Tests, die Sie entweder annehmen können oder auch nicht. Nach jedem Test, den Sie durchgeführt haben, erhalten Sie dafür die vereinbarte Bezahlung.

 

Ist die Anmeldung kostenlos?

Bei den Portalen, auf denen Testkäufer gesucht werden, ist die Anmeldung immer kostenlos. Sollte das bei irgendeinem Anbieter nicht der Fall sein, dann sollten Sie die Finger davon lassen, weil es unseriös sein könnte. Bei seriösen Anbietern ist die Anmeldung immer kostenlos.

 

Wie viel Geld kann man als Testkäufer verdienen?

Das hängt erstens mal davon ab, wie lange ein Test dauert. Wird z. B. 1 Stunde für den Test veranschlagt, dann bekommen Sie um die 30 Euro dafür. Bei einem längeren Test, der womöglich 2 Stunden dauert, kriegen Sie um die 60 Euro.

Außerdem spielt der Schwierigkeitsgrad eine Rolle. Wenn Sie z. B. die Beratungsqualität von komplexeren Produkten wie z. B. Versicherungen testen, dann ist das natürlich schwieriger, als wenn Sie die Servicequalität in einem Supermarkt testen. Dementsprechend werden Sie dann auch höher vergütet. 

Die Höhe der Vergütung und der voraussichtliche Zeitaufwand werden Ihnen außerdem in der Auftragsbeschreibung immer schon vorab mitgeteilt.

 

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